Bundesheer Leistungsschau 2014

Es ist seit einigen Jahren Tradition, dass ich mit meinem Sohn die Bundesheer Leistungsschau am Wiener Heldenplatz besuche. Sie findet im Rahmen des österreichischen Nationalfeiertags statt und war immer ein großes Vergnügen für meinen Sohnemann. Die Betonung liegt auf „war“, denn dieses Jahr ist alles anders.

Die Vorfreude war groß.

Für Benni ist der Nationalfeiertag etwas besonderes.

Mit seinen sieben Jahren interessiert er sich schon sehr für die Geschichte seines Heimatlandes. Daran bin ich sicher nicht ganz unbeteiligt. Aber ich finde, man sollte die Historie seines Landes kennen.

In den letzten Jahren war die Bundesheer Leistungsschau für meinen Sohn immer sehr spannend. Ich hatte zwar gewusst, dass es diesmal eine Bundesheer Leistungsschau „light“ werden soll. Dem Sparstift unserer Regierung sei Dank. Aber dass es so schlimm werden wird, mit dem hatte ich nicht gerechnet.

Gehen wir Hubschrauber schauen.

Wie jedem Burschen in seinem Alter, interessiert sich  Benni sehr für Fahrzeuge, Flugzeuge und Hubschrauber.

Das Highlight der letzten Jahre, war das Sitzen in einem Eurofighter Model. Ich bereitete meinen Sohn schon im Vorfeld darauf vor, dass es dieses Jahr keinen Eurofighter geben wird. Zu teuer.

Er war zwar enttäuscht, aber es gab ja noch die Black Hawk Hubschrauber. Ja, aber leider nicht dieses Jahr. Zu teuer.

Aber es gibt ja noch die Agusta Bell 212. Das Blöde war nur, dass man den Helikopter zwar ansehen konnte, aber nicht einsteigen. Für Kinder sehr interessant…

Bundesheer Leistungsschau

Ich sehe schwarz für die Zukunft des Bundesheeres.

Wo sind die Panzer?

Wir gingen zum Panzerbereich, wo wir die letzten Jahre viel Spaß mit den unterschiedlichsten Panzern hatten.

Aber wo waren all die Panzer hingekommen? Bei der  Bundesheer Leistungsschau 2014 ist nur mehr ein Bruchteil der Panzer zu sehen, im Vergleich zu den Jahren davor. Auch davon hatte ich im Vorfeld gelesen. Aber dass dermaßen viele Panzer dem Sparstift zum Opfer fallen wusste ich nicht.

Für Benni war die M109 Panzerhaubitze am interessantesten. Die hatten wir zwar auch schon im Heeresgeschichtlichen Museum!!! gesehen, aber das sagte ich ihm nicht. Es war eines der wenigen Highlights für meinen Sohn.

An jeder Ecke ein Maschinengewehr.

Auf dem Heldenplatz war diesmal das Jahr des Maschinengewehrs.

Auf beinahe jeder Ecke konnte man ein M2 Maschinengewehr bestaunen. Das wurde zwar schnell langweilig, aber man nimmt, was man bekommt. Benni interessierte das Alles schon lange nicht mehr. Für ihn waren die zahlenmäßig stark vertretenen kulinarischen Angebote inzwischen viel interessanter. Ich konnte es ihm nicht verdenken.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit.

Die diesjährige Bundesheer Leistungsschau ist für mich eine Reise in die Vergangenheit.

Das Equipment unserer Truppe könnte glatt bei der Landung in der Normandie mitgemacht haben. Das ist mir noch nie so stark aufgefallen, wie diesmal. Viele Sachen hatte ich schon als Grundwehrdiener in meiner Ausrüstung und das war damals im Jahr 1989 schon veraltet gewesen.

Bundesheer Leistungsschau

Unser Heer im Visier der Politik.

Fazit:

Die Bundesheer Leistungsschau 2014 war leider ein totaler Reinfall.

Es stellt sich für mich die Frage, ob so etwas in Zukunft überhaupt noch Sinn macht. Das Fehlen publikumswirksamer Geräte wie den Eurofighter, Blackhawk und vieler Panzer, wurde versucht mit übertriebener Präsenz von Infantriegerät zu kompensieren. Für mich ein Schuss in den Ofen.

Unser Bundesheer leistet hervorragende Arbeit und  gehört anständig ausgerüstet. Mit Waffen aus den 60-ern macht es wenig Sinn. Ebenso wenig ist es sinnvoll bei einer Leistungsschau die modernsten Geräte, über welche man verfügt, nicht zu zeigen.

Es wird Zeit, dass wir uns zu unserem Heer bekennen. Ständige Budgetkürzungen sind auf Dauer nicht zu verkraften. Das haben weder unsere Soldaten verdient, noch die Besucher der Bundesheer Leistungsschau.

Wir werden nächstes Jahr nicht mehr hingehen. Für Benni war es, gelinde gesagt, langweilig. Und auch für mich und zahlreiche andere Besucher war es eine einzige Enttäuschung.