Kinder brauchen Rituale

Kinder brauchen Rituale.

Es ist vielleicht ein wenig altmodisch, aber Kinder brauchen Rituale. In unserer schnelllebigen und teilweise hektischen Welt, sind Rituale für Kinder sehr wichtig.

 

Warum ich davon überzeugt bin.

Eine gute Bekannte von uns ist der Meinung, Kinder brauchen Rituale nicht. Sie ist eine sehr liebe und nette Person. Sie kümmert sich sehr um ihre kleine Tochter und das Mädchen ist ebenfalls eine ganz Liebe. Trotzdem bemerke ich kleine, aber feine Unterschiede zu meinem Benni. Die Kleine kennt zum Beispiel keine Grenzen. Da kann man zehnmal sagen es ist genug, sie hört nicht auf.

Sie wirkt auch teilweise sehr unsicher und orientierungslos. Ihre Mama meint, Rituale sind was für Spießer und schränken die Freiheit ihrer Tochter stark ein. Wir haben darüber schon sehr oft diskutiert, leider ohne Erfolg.

Der Familienspruch.

Das beliebteste und inzwischen auch schon sehr bekannte Ritual ist unser Familienspruch.

Wir haben ihn eingeführt, als Benni ca. drei Jahre alt war. Es gibt kein Essen mehr ohne unseren Familienspruch. Egal ob zuhause oder auswärtig.

Und so funktioniert unser Familienspruch:

Alle Personen am Tisch nehmen sich bei den Händen und Benni sagt folgenden Spruch:

Wir sind eine Familie und wir haben uns so lieb,
und wir sind froh, dass es uns gibt.
Mahlzeit, essen wir.


Kinder brauchen Rituale. Für Benni gehört der Familienspruch zum Essen dazu, wie Besteck oder trinken. Ohne geht gar nichts. Auch die erweiterte Familie oder Freunde und Bekannte haben den Familienspruch schon sehr lieb gewonnen. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass diese Idee nicht von mir gekommen ist. Das habe ich mir von meinem Bruder und seiner Familie abgeschaut. Aber das hat schon bei ihm tadellos funktioniert und genauso ist es nun bei uns.

Gute Nacht Benni.

Kinder brauchen Rituale. Ein ebenso wichtiges für Benni ist das tägliche schlafen gehen.

Zuerst geht er mit Mama Zähneputzen. Ja nicht mit Papa, der kann das nicht so gut. Anschließend geht es noch aufs Klo, egal ob man muss oder nicht. Und dann ab ins Bett.

Dort lesen ihm abwechselnd meine Frau oder ich eine oder zwei Gutenachtgeschichten vor. Wenn ich mit dem vorlesen dran bin, sprechen wir im Anschluss daran über die Geschichte. Meist hat Benni viele Fragen. Dass dies nur der Verzögerung zum Schlafengehen dient ist mir bewusst. Doch auch das ist eine Art Ritual.

Kinder brauchen Rituale

Kinder brauchen Rituale

Viele kleine Beispiele.

Kinder brauchen Rituale. Und sind es noch so kleine und scheinbar unbedeutende Rituale.

Beim nachhause kommen vom Kindergarten wird als erster immer der Kater abgeschmust. Erst dann kommt das Hände waschen und der Kakao.

Von 18:00 Uhr bis 18:30 Uhr darf Benni Computerspielen. Entweder am Tablett oder am PC. Natürlich nur, wenn wir zuhause sind. Das weiß er auch und fragt nicht mehr nach einer Verlängerung der Spielzeit.

Kinder wissen auch um die Rituale der Erwachsenen. Inzwischen weiß Benni, dass er mich nach dem Aufstehen am Morgen für 15 min in Ruhe lassen soll. Da trinke ich meinen Kaffee und begrüße innerlich den Tag. Einmal mehr und einmal weniger fröhlich.

Fazit:

Kinder brauchen Rituale.

Meiner Meinung nach geben sie den Kindern Orientierung und Sicherheit. Sie helfen bei der Selbstständigkeit und fördern das Selbstbewusstsein. Benni fordert seine Rituale ein. Er liebt sie und sie sind sehr wichtig für ihn. Man sollte Rituale nicht mit Regeln verwechseln. Regeln sind ebenfalls wichtig, aber etwas grundsätzlich anderes.

Ein sehr gutes Buch zu dem Thema ist „Kinder lieben Rituale“ .

Darin werden Rituale für verschiedene Altersgruppen und Situationen vorgestellt. Ich habe es zwar noch nicht zu Ende gelesen, aber mir gefällt es sehr gut.