Kriegsspielzeug kaufen – Ja oder Nein

Kriegsspielzeug kaufen ist heutzutage verpönt. Es muss ein pädagogisch wertvolles Spielzeug sein, das Kind sollte dabei etwas lernen und hübsch aussehen sollte es sowieso. Alles Quatsch, sage ich. Und möchte es gerne begründen. Um es gleich vorweg zu sagen: Ich respektiere jede Meinung, möchte hier aber gerne meinen Standpunkt vertreten.

Cowboy und Indianer spielen.

In meiner Kindheit liebte ich es mit meinen Freunden Cowboy und Indianer zu spielen.

Dort die bösen Indianer und wir die guten und treffsicheren Cowboys. Ab und zu spielte auch die Kavallerie mit. Wir waren geprägt von den Winnetou und John Wayne Filmen. Das damals die Wirklichkeit der Indianer ganz anders aussah, wussten wir nicht und es war uns, ehrlich gesagt, auch egal. Wir spielten mit Pistolen, Gewehren und Pfeil und Bogen. Und wenn wir nichts hatten, mussten eben ein paar Stöcke und Äste herhalten. Unserer Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

In späteren Jahren kam dann noch „Krieg der Sterne“ und „Kampfstern Galactica“ dazu. Wer keine Laserpistole hatte, verwendete seinen Zeigefinger oder irgendetwas Selbstgebasteltes. Und für ein Lichtschwert brauchte man sowieso nur einen Holzstock.

Keiner von meinen damaligen Freunden wurde als Teenager oder als Erwachsener kriminell oder gewalttätig. Es hat eine gewisse Zeit viel Spaß gemacht und dann wurden wir, mehr oder weniger, erwachsen und widmeten uns anderes Dingen.

Kriegsspielzeug kaufen

Ist das jetzt Kriegsspielzeug ?

Kriegsspielzeug kaufen – eine Grundsatzfrage.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wann mein Sohn seine erste Pistole bekommen hatte. Wahrscheinlich war es eine Spritzpistole zum Spielen in der Badewanne.

Meine Frau war und ist grundsätzlich gegen Kriegsspielzeug. Das ist ok und hat uns schon sehr viel Gesprächsstoff geliefert. Denn was ist eigentlich das böse Kriegsspielzeug genau? Betrifft das jetzt nur Spielzeugwaffen oder gehören auch die Actionfiguren mit ihren Waffen in der Hand dazu? Und was ist mit den Fahrzeugen von „Cars 2“? Da hat fast jedes Auto eine Maschinenpistole montiert. Und der Film ist ab null Jahren für Kinder freigegeben. Ganz zu schweigen davon, dass im Film ein Auto zu Tode gefoltert wird. Sofern ein Auto überhaupt sterben kann, aber das ist ein eigenes Thema.

Kinder haben viel Fantasie.

Mein Sohn Benni ist jetzt sieben Jahre alt. Naturgemäß sind die meisten Mädchen doof und er spielt am liebsten mit Jungs. In ein paar Jahren wird es umgekehrt sein, aber bis dahin dauert es noch eine Zeit.

Mit seinen Freunden spielt er sehr gerne Star Wars. Welch ein Deja Vu für mich. Zwar ist es heute Clone Wars, aber sonst hat sich zu meiner Kindheit nicht viel verändert. Es werden Lichtschwerter geschwungen und mit Laserpistolen geballert, dass es eine Freude ist. Die Spielzeugwaffen der Kinder von heute sehen halt um einiges besser aus, wie zu meiner Zeit.

Wer die Rasselbande spielen sieht, kommt doch nicht auf den Gedanken: Meine Güte, die Kinder haben ja Kriegsspielzeug. Es spielen ein paar Jungs und haben Spaß dabei. Sie wissen, dass es nur ein Spiel ist und dass keiner verletzt wird. Naja, ein paar blaue Flecke nach dem Lichtschwertkampf kommen schon vor, aber das ist nicht so schlimm.

Aktive Aufklärung meinerseits.

Meine Frau und ich haben sehr viele Stunden damit verbracht, unseren Sohn über das Thema Krieg aufzuklären.

Über das Grauen und das Leid, welches jeder Krieg mit sich bringt. Dass das Töten eine schwere Sünde ist und dass im Krieg auch sehr viele Kinder verletzt werden und sterben. Aber wir machen es nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern versuchen es zu erklären. Es kommen bei solchen Gesprächen immer sehr viele Fragen von Benni und das ist gut so. Er beschäftigt sich inzwischen sehr mit dem Thema und kann zwischen Spiel und Realität sehr wohl unterscheiden. Und soweit wir das beobachten können, sind sich auch seine Freunde des Unterschiedes bewusst.

Wie überall im Leben ist auch hier das Reden miteinander sehr wichtig.

Das leidige Thema Videospiele.

Wenn wir hier von Thema Kriegsspielzeug kaufen reden, sollte man den Sektor der Videospiele nicht vergessen.

Benni spielt gerne am PC, Tablett oder mit der X-Box. Eine halbe Stunde am Tag nach der Schule darf er damit spielen. Es unterhält sich meist mit Spielen, welche für sein Alter freigegeben sind. Aber immer halte ich mich nicht daran. Wenn ich mir das Spiel „Pflanzen gegen Zombies“ ansehe, frage ich mich, wieso das Spiel ab sechs Jahren ist? Da werden Zombies die Köpfe runtergeschossen und dergleichen. Ganz zu schweigen von der Frage meines Sohnes“ Papa, was ist ein Zombie?“. Das war ein langes Gespräch…

Und das Spiel „Command & Conquer“ ist ab 16 Jahren. In dem Spiel muss man eine Basis bauen, Einheiten ausbilden und den Gegner besiegen. Es gibt kein Blut im Spiel, aber es kämpfen Soldaten gegeneinander. Trotzdem finde ich dieses Spiel besser, da man hier kombinieren und logisch denken muss. Außerdem kann man es gegeneinander spielen, was sehr viel Spaß macht.

Benni würde auch gerne einen sogenannten Egoshooter spielen. Aber damit hat er bei mir keine Chance. Die zur Schau gestellte Gewalt ist für sein Alter nichts. Aber in ein paar Jahren wird sich auch das nicht vermeiden lassen. Er rechnet nach, wie viele Jahre es noch dauert, bis er 18 Jahre alt ist um solche Spiele zu spielen. Hoffentlich noch sehr lange.

Fazit:

Wir werden auch weiterhin Kriegsspielzeug kaufen für unseren Sohn.
Es sind jetzt keine exakten Nachbildungen von echten Waffen und auch nicht ausschließlich Kriegsspielzeug. Natürlich haben wir zum überwiegenden Teil „normales“ Spielzeug. Der richtige Mix macht es aus.

Wir achten sehr darauf, dass Benni nicht nur schießen und kämpfen will. Aber ab und zu schadet das sicher nicht.

Solche Spiele gehören meiner Meinung nach dazu. Ich denke auch, dass viele Eltern persönlich ein Problem mit Kriegsspielzeug haben und es deswegen ihren Kindern verbieten. Wie gesagt, ich respektiere jede Meinung und will auch niemanden überreden.