San Andreas Kritik

Heute habe ich mich einmal von meinem geliebten Sofa erhoben und bin ins Kino gegangen.

Auf dem Programm stand der Hollywood Kracher „San Andreas“.

Was mir an dem Film gefallen hat, was mir weniger gefallen hat und was absoluter Müll ist, möchte ich euch gerne in meiner St. Andreas Kritik mitteilen.

Die Erwartungshaltung an San Andreas.

Warum ich mir ausgerechnet diesen Film angesehen habe, hat einen Grund: The Rock.

Damit ist der Schauspieler Dwayne Johnson, alias The Rock gemeint.

Ich liebe diesen Kerl einfach. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin durch und durch Hetero. Aber er ist für mich der Typ, welcher in einem Film den Unterschied ausmachen kann. Aber eines gleich vorweg, diesen Film konnte nicht einmal The Rock mehr retten. Aber dazu später mehr.

Ich erwartete mir einfaches Popcorn Kino. Hinsetzen, Hirn ausschalten und die Action genießen. Das hat bei vielen Filmen schon tadellos funktioniert und so sollte es auch bei San Andreas sein. Aber es sollte alles ganz anders kommen.

Der Inhalt von San Andreas.

Der Filmtitel meint die berühmte San Andreas Spalte, oder auch St. Andreas Graben, welche sich in San Francisco befindet.

Der Held des Film, The Rock, spielt einen Helikopterpiloten des Fire Departments. Sein Job ist es, Menschen per Heli aus brenzligen Situationen zu retten. Seine Frau ist gerade dabei, sich von ihm zu trennen und hat sich einen stinkreichen Baulöwen als Ersatz geschnappt. Seine älteste Tochter ist nicht begeistert von Mam`s neuersten Lover und wünscht sich wieder eine intakte Familie.

Und natürlich darf auch ein verkanntes Genie, diesmal ein Uni Professor, in einem guten Film nicht fehlen. Er widmet sich der, Surprise Surprise, Erdbebenforschung. Und natürlich will Anfangs niemand auf ihn hören.

Es kommt, wie es kommen muss. Ein Erdbeben erschüttert Los Angeles, just in dem Moment, als sich des Heroes Noch-Ehefrau in der Stadt befindet. Die Stadt anständig durchgerüttelt und überall stürzen Häuser ein, aber der fliegende Feuerwehrmann kann im letzten Moment seine Frau per Heli retten.

Das Töchterlein, derzeit mit dem zukünftigen Stiefpapa in San Francisco weilend, lernt dort den trotteligen, aber durchaus herzeigbaren Durchschnittstypen samt seinem kleinen Bruder kennen und verliebt sich in ihn.

Natürlich erreicht auch sie das Erdbeben. Und was macht Stiefpapa? Genau, er lässt die Kleine alleine im verschütteten Auto zurück und flüchtet.

Die beiden Supereltern machen sich natürlich per Heli auf den Weg nach San Francisco und retten ihre Tochter.

In den nächsten eineinhalb Stunden ändert sich nichts an der Handlung. Eltern wollen Tochter retten, Tochter ist in Schwierigkeiten, Professor warnt vor neuen Erdbeben, Eltern wollen noch immer Tochter retten, Stiefpapa stirbt, Tochter rennt um ihr Leben, Professor warnt noch immer, Eltern versuchen verzweifelt die Tochter zu retten, Eltern retten die Tochter, Eltern kommen wieder zusammen. Alles Gut.

So in etwas kann man den Film beschreiben. Dazwischen massenweise einstürzende Gebäude, tiefe Erdgräben und meterhohe Tsunamis.

So viel zum Inhalt von San Andreas.

Was war gut an dem Film?

Also die Effekte waren echt nicht schlecht.

Wie die Häuser einstürzten und sich der Tsunami erhoben hat, war technisch sehr gut umgesetzt worden.

Natürlich The Rock.

Obwohl es seine schwächste Rolle bisher war, macht es eine Freude, ihm zuzusehen.

Die beiden weiblichen Hauptdarstellerinnen machen optisch einiges her. Sowohl Mama (Carla Gugino), als auch die Tochter (Alexandra Daddario), brauchen sich wahrlich nicht zu verstecken.

Der verkannte Professor wird von Paul Giamatti gespielt. Der macht seine Sache wie immer sehr gut.

Hmmm, sonst fällt mir nicht wirklich mehr ein, was noch erwähnenswert wäre.

Was war nicht gut an dem Film?

Im Prinzip leicht gesagt: Der Rest.

Die Story ist auf Daily Soap Niveau. Spannung kommt eigentlich nie wirklich auf. Ich dachte bisher, Roland Emmerich „2012“ wäre schlecht. Aber San Andreas übertrifft ihn bei Weitem.

Die Dialoge klingen, als ob sie Volksschüler geschrieben haben.

Beispiel gefällig?

Nach der Rettung seiner Frau, fragt diese ihren Hero:“ Und, was machen wir jetzt?“

Und er, mit eiserner Miene, sagt trocken: „Wir retten unsere Tochter.“

Echt jetzt? Ich dachte schon, die gehen Kaffee trinken.

Aber die Krönung ist der Schluss des Films.

San Francisco liegt in Schutt und Asche. Brücken sind eingestürzt, Dämme gebrochen und Straßen aufgerissen. Die erschöpfte Ehefrau fragt: „Wie soll es jetzt weitergehen?“ Auf einmal taucht eine überdimensionale Amerikanische Flagge aus dem Nichts auf und der Hero meint nur: „Wir bauen wieder alles auf“.

Logisch betrachtet, müssten bei diesem epischen Erdbeben hunderttausende Menschen sterben. Nur wirklich mitbekommen darf es der Zuschauer anscheinend nicht. In den Nachrichten wird nur von den hunderten Überlebenden berichtet, aber nie von den armen Opfern.

Ich stelle mir gerade vor, wenn einer der Hauptdarsteller zur Abwechslung einmal gestorben wäre. Wie hätte ich mich gefühlt? Ganz ehrlich? Es wäre mir total egal.

San Andreas schafft es leider nie, dass ich Sympathie oder gar Mitgefühl für die Charaktere empfinde. Das ist wohl das schlechteste Zeichen für einen Film.

Fazit:

Tja, was soll ich Euch sagen?

Habt ihr den letzten Teil der Transformers Reihe gesehen, ich glaube es war Nummer 4 ?

Der Film hat vor Action nur so gestrotzt und war trotzdem totaler Mist.

Genauso geht es mir mit San Andreas.

Der Film schwingt den Zuseher von einer Explosion zur nächsten Katastrophe. Aber trotzdem ist es am Ende einfach nur langweilig.

Geht nicht ins Kino, kauft euch nicht die Blu-Ray.

Wenn er irgendwann einmal im Free TV oder bei Amazon Prime läuft, könnt ihr euch den Murks ja ansehen.

Aber sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt.