Maikäfer Alarm

Maikäfer Alarm

Maikäfer sind doch wirklich süße Tiere. Wenn man sie sich nicht genau ansieht. Doch wie kam es dazu?

 

Der Maikäfer sagt Hallo.

Unlängst saßen wir zum Frühstück auf unserem Balkon. Das Summen der Bienen und auch das Brummen der Hummeln sind wir ja schon gewohnt und es stört uns auch überhaupt nicht mehr. Doch auf einmal hörten wir ein ungewohntes Brummen. Benni bekam seinen ängstlichen Blick, denn er kannte dieses unbekannte Insekt, welches zwanghaft gegen unsere Balkontüre flog noch nicht. Es war ein Maikäfer und er hatte scheinbar Suizidgedanken.

Zufällig hatte ich meinen Insektenbecher griffbereit und der Maikäfer ließ sich ohne Widerstand einfangen. Anfangs brummte er noch ein bisschen, doch er hatte sich schnell an seine neue Umgebung gewöhnt. Benni wollte unbedingt durch die Lupe den Maikäfer genauer betrachten. Ich erinnerte ihn noch an sein Erlebnis mit dem Ölkäfer, doch seine Neugierde war größer. Als er unser neues Haustier jedoch genauer sah entwich ihm ein“ Bähh, grauslich“. Also stellte ich den Insektenbecher auf dem Balkontisch und wir sahen ihm beim Krabbeln zu. Natürlich ohne Lupe.

Meine liebe Frau war von unserem neuen Mitbewohner nicht sehr begeistert. Sie kontrollierte den Becher auf seine Verschlussfestigkeit, denn so ein Maikäfer in der Wohnung kommt nicht gut.

Big Brother is watching you.

Natürlich brauchte der Maikäfer einen Namen. Das meinte zumindest mein Sohn. Kurzerhand tauften wir ihn Jimmy. Von nun an bekam Jimmy immer frische Blätter und auch sehr viel Aufmerksamkeit von uns.

Das interessante an einem Maikäfer ist sein Verhalten. Sobald einer von uns den Tisch berührte und der Becher nur ganz leicht wackelte, stellte sich Jimmy tod. Erst nach ein paar Minuten begann er wieder zu krabbeln fressen. Apropos fressen: man glaubt gar nicht, was so ein kleiner Maikäfer alles verdrücken kann. Und natürlich bevorzugte Jimmy nur frische Blätter. Wenn schon, denn schon.

Fotoshooting.

Natürlich hatte ich von Anfang an einen Hintergedanken. Der Maikäfer war ein wirklich schönes Exemplar seiner Spezies. Also ein gefundenes Fressen für einen Fotografen.

Ich hatte in der Insektenfotografie eigentlich noch null Erfahrung. Also waren meine Erwartungen nicht allzu groß. Umso mehr freut mich das Ergebnis.

Die größte Herausforderung für mich war, dass der Maikäfer nicht einfach davon fliegt. Da ich aber wusste, dass sich Jimmy bei Berührung tot stellt, nutzte ich diesen Vorteil. Ich brauchte den Insektenbecher nur zu öffnen und Jimmy war erstarrt. Nun konnte ich in ganz ruhig raus nehmen und fotografieren.

Kaum zu glauben, aber der Maikäfer war mein bisher ruhigste Modell.

Fliegt nicht zu hoch mein kleiner Freund.

Nach dem er ein paar Tage unsere Gastfreundschaft genossen hatte, war es Zeit Abschied zu nehmen. Benni war nicht sehr begeistert davon, aber er verstand es. Ich nahm Jimmy aus dem Becher und setzte ihn auf das Balkongeländer. Es dauerte auch gar nicht allzu lange bis der Maikäfer davon flog. Wir sahen im kurz hinterher und dann verschwand er hinter einem Baum.

Ich sah noch wie ihm eine Meise nachflog. Aber das ist eine andere Geschichte….