Naturforschen

Ab in die Natur

 

Heute war ein sehr sonniger und heißer Tag. Nach ein wenig überlegen, was wir mit unserem Sohn heute anstellen können, stießen wir auf die Umweltspürnasen. Dabei handelt es sich um einen Verein, welcher verschiedene Aktivitäten für Kinder jeden Alters anbietet. Da das ganze gratis ist, probierten wir es einfach einmal aus.

Naturforschen einmal anders.

Treffpunkt war das bekannte Lusthaus im Wiener Prater. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich schon viele Jahre nicht mehr dort gewesen bin. Aber selbst heute noch, hat sich am Charme dieses Gebäudes nichts geändert.

Benni ist bei der Fahrt in den Prater eingeschlafen und war dementsprechend motiviert. Aber seine Begeisterung war schnell wieder da, als er die anderen Kinder sah. Es waren ca. 20 Kinder plus Eltern anwesend. Die beiden Mitarbeiterinnen von den Umweltspürnasen begrüßten uns sehr freundlich und dann ging es schon los.

Wie eine große Entenfamilie watschelten wir alle auf eine große Wiese. Flora, so hieß eine der Mitarbeiterinnen, ging voran und jedes Kind wollte natürlich neben ihr gehen. Alex, die andere Betreuerin, ging mit den Eltern mit.  Schon beim Hingehen zu der Wiese, entstanden einige Freundschaften unter den Kindern.

Ich persönlich dachte ja, Naturforschen findet im Wald und bei dem nahe gelegenen Teich statt. Aber ich sollte mich irren.

Die Wiese gehörte uns.

Flora und Alex starteten den Tag mit einem lustigen Spiel. Die Kinder machten einen Kreis und hielten sich bei den Händen. Ein Kind stand in der Mitte des Kreises mit verbundenen Augen. Nun musste es versuchen den Kreis zu fangen. Man glaubt gar nicht wie unterhaltsam es sein kann, wenn 20 Kinder aneinander gekettet mit den Händen versuchen sich zu bewegen.

Die verstreut anwesenden Wiesenbesucher verteilten sich ob des herzhaften Gelächters in alle Richtungen. Die Wiese gehörte nun uns.

Das Eis war gebrochen und nun konnten alle mit dem Naturforschen beginnen. Es bildeten sich Pärchen unter den Kindern und einem Kind wurden die Augen verbunden. Das andere Kind versteckte sich und machte ein vorher vereinbartes Tiergeräusch nach. Benni und sein Freund hatten sich den Kuckuck ausgesucht. Lustiger weise hatten auch andere Kinder diese Idee und so hörte man viele Kuckuck, Kuckuck auf der Wiese. Das war zwar kein Naturforschen, machte den Kindern aber sichtlich sehr viel Spaß

Es wurde kribbelig.

Hatte ich schon erwähnt, dass sich in der Nähe der Wiese ein Teich befindet?

Das erklärt nämlich auch die Gelsen Invasion, welche meine Frau und mich heimsuchten. Wir beiden Schlauen hatten nämlich als einzige Eltern kurze Hosen an. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wusste ich auch warum. Meine Frau sagte, ich sehe wie ein Tanzbär aus. Nämlich immer dann, wenn ich versuchte die Blutsauger zu vertreiben. Die Kinder wurden Gott sei Dank verschont, dafür hatten wir unsere helle Freude.

Die Käfer kommen.

Dann begann das eigentliche Naturforschen. Jedes Kind bekam einen Insektenbecher. Das war ein geschlossener Becher mit einer Lupe im Deckel eingebaut. Nun musste jeder Naturforscher ein oder zwei Insekten fangen und in den Becher geben. Dann sahen sich die Kinder gemeinsam die gesammelten Tiere an und Flora Alex erklärt denn sehr verständlich um welche Tiere es sich handelte.

Bei einem Ölkäfer wurden die Kinder etwas unruhig. Aber nicht nur die Kinder. Auch einige Mütter konnten ihren Ekel nicht verbergen. War recht witzig an zu sehen.

Es folgten noch weitere Spiele, wobei die Kinder sehr viel über die Tiere des Waldes lernen konnten. So macht Naturforschen richtig Spaß.

Fazit:

Die Umweltspürnasen bieten sehr viel.

Wenn man bedenkt, dass Flora und Alex diese Tätigkeit ehrenamtlich ausüben, gebührt ihnen mein tiefster Respekt. Sie machten das Naturforschen richtig spannend und unterhaltsam für die Kinder. Soweit ich sehen konnte, langweilte sich kein einziges Kind. Und das war eine große Leistung.

Benni war auch sehr begeistert. Ihn interessiert sowieso alles was mit Tieren und Natur zu tun hat.

Auch für mich war es sehr lehrreich. Ich wusste bis dahin nicht, dass sich so viele Gelsenstiche auf ein einzelnes Bein ausgehen. Da hier mein Tipp: das nächste Mal unbedingt eine lange Hose anziehen, auch wenn es draußen 40° im Schatten hat.